Montag, 9. August 2010

Wo ist Paul? Überall! von jenni

Eigentlich ist der Vorname “Paul” in Pauls und meiner Generation nicht wirklich häufig anzutreffen (in seinem Geburtsjahr ist er nicht mal unter den Top 35) und trotzdem taucht der Name in meiner Umgebung immer häufiger auf.

Es fing vor Jahren mit der “du darfst”-Kampagne an, bei der die Frage “Wer ist eigentlich Paul?” gestellt wurde und man den Paul, um den es ging, nie kennen lernte. Eine äußerst erfolgreiche Kampagne, auch wenn sie für Pauls überall vermutlich wenig gut für das Image war (da der dort genannte Paul die Figur der Protagonistin bemängelte).

Als diese Werbung lief, kannte ich keinen Paul, aber trotzdem blieb sie mir in Erinnerung. Die nächste “Paul” Werbung, die mir in Erinnerung geblieben ist und mich auch immer wieder etwas zum Lachen bringt, ist ein Werbespot einer Versicherung oder einer Bank (mir fällt leider gerade nicht mehr ein von wem), in dem eine junge Frau vor der Kamera steht und ihr Freund hinten auf einer Leiter und sie dann sagt “so einfach, dass sogar Paul es versteht”. *kicher*

Auch hier kommen Pauls nicht wirklich gut weg, wobei diese weit weniger Aufmerksamkeit bekommen hat. Mit ist sie in erster Linie auch so im Kopf geblieben, da ich Paul bereits kannte und dadurch der Witz für mich wesentlich stärker ist (sorry Paul!).

Danach fiel mir eine TV-Werbung auf, die in erster Linie auf kleinen TV-Sendern und bei sky gezeigt wird, für eine Webseite Namens “pauldirekt”, wo es Gegenstände zum “absoluten Paulpreis” gibt. Was das bedeutet, weiß ich auch nicht – aber sie werden es wissen…. hoffe ich zumindest einmal, denn im Gründer-Team ist kein einziger Paul. Was bei mir immer wieder die Frage auslöst: Warum dann gerade Paul?

Diesen Sommer kam dann natürlich die Krake dazu… Paul rückte ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit und vermutlich wird der Name dieses Jahr weit häufiger vorkommen und mir tun die armen kleinen spanischen Jungs, die dann Paul heißen, jetzt schon leid.

Doch damit nicht genug, nein, diesen Sommer gab es noch ein Paul-Highlight (ich sollte mir einen tollen Namen hierfür ausdenken – “Paul-Sightings” oder so): Eine Webseite ging online namens “AnnaohnePaul” – Paul steht hier repräsentativ für alle Männer und letztendlich der Punkt, wo mir dieser Trend so richtig bewusst wurde. Überall lauert es von Pauls – auch und gerade bei Bazaaria, auch wenn ich ihn nur begrenzt für die Werbung einsetzen werde – denn anscheinend sticht man mit “Paul” nicht mehr aus der Masse heraus ;-)

Das bestätigt auch die neueste Congstar-Werbung, in der ein Paul (mit sehr ähnlicher Frisur) im Sand vergraben ist und seine Mutter anruft und er dem offenen Telefon nicht entkommen kann… Zu Pauls Verteidigung muss ich sagen, dass er regelmäßig mit seiner Mutter telefoniert und nicht extra dafür eingebuddelt werden muss.

Habe ich Beispiele vergessen? Wenn ihr noch welche wisst, würde ich mich wirklich riesig darüber freuen, wenn ihr diese mit uns teilt!


Montag, 19. Juli 2010

On the Road Part 2 von jenni

Da ich nun weiter Zeit hatte meine Fotos zu bearbeiten, gibt es heute Teil 2 meines Urlaubsberichts. Den ersten Teil findet ihr hier.

Abends kamen wir in New Orleans an – und haben dort zum einzigen Mal auf unserer Tour, mehrere Tage am gleichen Ort verbracht. Es war das erste Mal, dass ich in New Orleans war und es ist wirklich eine wunderschöne und tolle Stadt. Im French Quarter hat man historische Gebäude mit den charakteristischen schmiedeeisernen Balkonen wohin man schaut und die ganze Stadt scheint in Bewegung zu sein. Einfach klasse!

Das interessante waren auch die vielen sehr, sehr unterschiedlichen Häuserfasaden, die direkt nebeneinander existieren und die Stadt so unwahrscheinlich bunt machen. Es ist hierbei auch so, dass die Häuser nur eine gemeinsame Wand zwischen sich haben, meistens aus Holz – das macht Termiten zu einem der größten Problemen der Stadt, da sie sich so sehr schnell auf ganze Häuserzeilen verteilen können.


Wir haben einen ganzen (heißen) Vormittag im French Quarter verbracht und haben uns am Nachmittag ins das gekühlte Insectarium begegeben, welches im alten Zollgebäude untergebracht ist und unter anderem ein Gehege mit Schmetterlingen hat. Insgesamt ist es vor allem für Familien mit Kindern ein echt tolles Erlebnis, da alle Ausstellungsstücke eher auf Kinderhöhe angebracht sind.


Am zweiten Tag sind wir zum Zoo gefahren und haben dort den Vormittag verbracht. Leider fing es recht heftig an zu Gewittern, nachdem es sehr, sehr heiß und schwül war, so dass wir nicht den ganzen Zoo besichtigt haben, sondern nur einen Teil – auch da ich am Nachmittag im French Quarter einen Termin hatte um mir ein personalisiertes Parfüm erstellen zu lassen.

Den Nachmittag haben wir dann also wieder im French Quarter verbracht. Es ist wirklich so, dass es in New Orleans viel zu viel zu sehen gibt um alles in zwei, drei Tagen zu schaffen. Den Garden District oder die Friedhöfe haben wir z.B. gar nicht gesehen in unserer Zeit dort – aber das will ich beim nächsten Mal nachholen.


Nach New Orleans ging es weiter entlang der Küste nach Mobile in Alabama. Die Küste war wunderschön, auch wenn es für europäische Augen fast unglaublich ist, auf welch hohen Pfosten die Häuser direkt an der Küste stehen (ich habe letzte Woche eine Doku gesehen, die von 11m Höhe sprach). Hier wurden auch am meisten Gedanken an Kathrina wach – denn zig niedrigere Pfosten standen ohne Häuser in der Gegend rum.


Auf dem Weg nach Mobile waren wir noch in Bellingrath Gardens, dem Sommerwohnsitz eines der ersten Coca-Cola Abfüllers in den USA, dessen Frau zusammen mit einem Architekten einen der schönsten Gärten der USA angelegt hat und der seit den 20er Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Zwar blühte im späten Frühling nicht sonderlich viel, aber trotzdem war es ein wunderschöner Garten.


Mobile selbst hat eine recht schöne Altstadt und ein wiederaufgebautes Fort, jedoch sind wir an beidem nur vorbeigefahren, da wir beschlossen hatten der Küste noch bis nach Florida zu folgen. Die Küste zwischen Alabama und Florida hat einen der längsten Sandstrände, die ich so je gesehen habe und wunderschönen weißen Sand (vom Öl war zum Glück noch nichts zu sehen).


Abends haben wir in Montgomery übernachtet, jedoch nichts von der Stadt selbst gesehen, da ich eigentlich nur einen Zwischenstopp auf der Rückfahrt nach Atlanta einlegen wollte. Am nächsten morgen ging es zurück nach Georgia (Einspieler: “Georgia on My Mind”). Hier hatte ich in unserem Reiseführer von einem anderen Garten gelesen: Callaway Gardens – ein riesiges Arsenal, auf dem neben einem Golfplatz viele Wander- & Radwege angelegt sind und das ein Glashaus mit tropischen Schmetterlingen hat. Das musste ich natürlich sehen und da es nur ca. 1 1/2 Stunden außerhalb Atlantas liegt (was in Atlanta praktisch noch in der Stadt bedeutet), haben wir hier einen Teil unseres Tages verbracht – und es hat sich absolut gelohnt!


Die letzten zwei Nächte in Atlanta haben wir in der Innenstadt verbracht, in einem alten Grand Hotel mit dem Pool auf dem Dach im 19. Stockwerk. Da dieser auch Nachts zugänglich war, musste ich natürlich Nachtaufnahmen der Skyline machen!

Perfect Swim Atlanta at night HDR
Unser letzter Ausflug führte uns in den Stone Mountain Park. Stone Mountain ist ein riesiger Granitfelsen und die höchste Erhebung in Georgia. Er steht ein bisschen, ähnlich wie Uluru (Ayers Rock) mitten in der Landschaft, aber das Granit erstreckt sich Kilometerweit in der Breite und auch ein gutes Stück noch ins Erdinnere. Man kann den Gipfel erklimmen oder einfach mit der Seilbahn hochfahren, was bei 36 Grad Celsius die bessere Alternative scheint – und hat vom Plateau am Gipfel eine sagenhafte Aussicht auf das Gebiet um Atlanta und auf Atlanta selbst.


Leider ging es am nächsten morgen schon wieder Richtung Flughafen und nach Deutschland. Bazaaria, Paul und die Arbeit hatten mich also wieder – aber ich habe hunderte wunderschöner Fotos um mich jederzeit zurückzuversetzen!


Montag, 28. Juni 2010

On the Road (Part 1) von jenni

Wie Paul in seinem Blogpost bereits erzählt hat, war ich die letzen zwei Wochen in Urlaub. Ich war auf eine Hochzeit in den USA eingeladen und habe die Chance genutzt ein bisschen weiter durchs Land zu reisen und neue Eindrücke zu sammeln. Insgesamt sind in den zwei Wochen ca. 3.500 km zusammengekommen und ich bin durch 5 Staaten gereist, mal ausführlicher, mal nur für ein paar Stunden. Ich dachte, ich erzähle mal ein bisschen davon, wo ich überall war und was ich alles gesehen habe. Da es so viel ist, gibt es das ganze aufgeteilt auf zwei Beiträge, damit es nicht zu viel zum lesen wird.

Roadtrip durch die USA Der Trip startete in Atlanta, der Stadt, in der ich für ein Jahr gelebt und studiert habe und an die ich tolle Erinnerungen habe. Da ich in Atlanta schon das meiste der Touristenattraktionen gesehen  habe (das Aquarium ist ein Muss!), sind wir diesmal an meine Lieblingsstellen, den Oakland Cemetery (ein alter Friedhof) und den Botanischen Garten zurückgekehrt.  Von Atlanta aus ging es dann nach Auburn in Alabama, wo die Hochzeit stattfand. Von dort fuhren wir nach Birmingham, AL, um uns dort die Stadt kurz anzusehen. Birmingham ist eine reine Industriestadt und bietet dadurch außer Museen zu den Rassenunruhen in den 60er Jahren wenig touristische Highlights. Wir sind jedoch auf einen Berg im Stadtgebiet gefahren, auf dem eine Statue, der Vulcan, steht, der für die Weltausstellung 1903 gegossen wurde und heute auf die Stadt schaut (und eine tolle Aussichtsplattform hat). Danach ging es weiter nach Columbus, Mississippi, eine Kleinstadt in der noch viele alte Häuser aus der (Vor-)Bürgerkriegszeit (sogenannte “Antebellum”-Häuser) stehen und die so gut wie gar nicht touristisch ist (Kein Starbucks…).

Früher Morgen auf dem Oakland Cemetery Vulcan Statue Ein Bed & Breakfast in Columbus, Mississippi


Am nächsten Tag ging es morgens nach Tupelo, MS – Elvis Fans werden es als Geburtsort des Kings erkennen. Jedoch waren wir nicht im Geburtshaus, sondern sind in Tupelo auf den “Natchez Trace Parkway” gefahren, einer Straße, die einem alten Handelspfad der durch die amerikanischen Ureinwohner und Büffel entstanden ist und von Nashville bis Natchez führt (714 km). Absolut beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass dort Menschen 700 km auf einem gerade so festgetretenen Pfad durch die Wälder gelaufen sind. Neben den Mosquitos hat man vor allem auch das Problem, dass gerade im unteren Teil das Gelände eher Sumpflandschaft als fester Waldboden ist… Von den Temperaturen und der Luftfeuchte mal ganz abgesehen.

Der Old Trace Ein bisschen Sumpf Der Natchez Trace Parkway

Da die Strecke zwischen Tupelo und Jackson, MS, allein schon ca. 7 Stunden Autofahren bedeutet (bei Tempo 80 km/h), haben wir eine Nacht in Jackson übernachtet und sind am nächsten Tag nach Vicksburg, einem der wichtigsten Schauplätze im amerikanischen Bürgerkrieg gefahren und haben uns dort den passenden Nationalpark angeschaut und auch die Stadt selbst, in der erstaunlich viele Häuser die Belagerung überstanden haben. Highlight des Nationalparks ist sicherlich die USS Cairo, einem Panzerschiff, dass im Bürgerkrieg eingesetzt wurde und auf Grund gelaufen ist und Jahre später gehoben wurde und heute als Ausstellungsstück zu besichtigen ist. Das Schiff war komplett gepanzert mit 64mm dicken Stahlplatten und wurde durch ein durch Kohle beheiztes Schaufelrad angetrieben. Ich möchte gar nicht wissen, wie heiß es im Innenraum war (in dem natürlich auch noch Kanonen standen).

Kanonen im Vicksburg National Military Park Die USS Cairo Am Mississippi in Natchez

Danach ging es zurück auf den Trace und weiter nach Natchez. Natchez ist relativ unbekannt, obwohl es architektonisch vermutlich eine der schönsten alten Städte in den USA ist. Als die Nordstaaten-Armeen auf die Stadt zuzogen, hat sich die Stadt direkt ergeben und so die Stadt vor ihrer Zerstörung geschützt. Dadurch finden sich hier noch sehr, sehr viele der alten Häuser, die teilweise wunderschön restauriert sind und an den Glanz alter Zeiten, als Natchez eine der reichsten Städte der USA war, erinnern. Zusätzlich zur Innenstadt haben wir uns eine alte, achteckige, Villa angeschaut (als Plantation ausgewiesen, aber eigentlich handelte es sich eher um den Sommersitz), die kurz vor dem Bürgerkrieg errichtet wurde und vermutlich eine der traurigsten Geschichten der Zeit darstellt: Das Äußere des Hauses wurde fertiggestellt, doch die Bauarbeiter flohen bei Beginn des Krieges und so ist nur das Kellergeschoss, in das die Familie während des Kriegs zog, fertiggestellt worden, da sämtliche Baumwollplantagen der Familie im Krieg niedergebrannt sind. Die Familie lebte noch über 30 Jahre im Haus, ohne das jemals mehr als der Keller fertig gestellt wurde, selbst heute liegen im oberen Teil noch die Werkzeuge und Kisten, in denen die Möbel geliefert wurden.

Longwood in Natchez Houmas House Die Garten am Houmas House

Danach ging es weiter entlang des Mississippis, den man allerdings aufgrund der hohen Deiche nur auf Brücken zu Gesicht bekommt und zu einer richtigen Plantage. Houmas House, einer Plantage von 1828, deren Besitzer Zuckerrohr anbauten und dessen ehemaliger Besitzer so zum reichsten Mann in den Südstaaten wurde (bei 20 Millionen Pfund Zucker pro Jahr Ende des 19. Jhr. nicht verwunderlich). Das Haus und die Plantage überlebten durch einen Einfall des damaligen Besitzers den Bürgerkrieg unbeschadet und heutzutage kann das Haus und die Gärten besichtigt werden. Der absolute Wahnsinn, wenn man durch eine Gartenanlage mit 500 Jahre alten Eichen läuft und ein Haus besichtigt, dessen Einrichtung allein mehrere Millionen Dollar wert ist. Der absolute Wahnsinn.

Weiter ging es nach New Orleans – aber davon und vom Rest der Reise erzähle ich in einem zweiten Blogpost. Alle Bilder könnt ihr euch durch einen Klick auf sie auch in einer großen Version ansehen.


Montag, 12. April 2010

Grün im Internet von jenni

Ein Post für den es keine gute Einleitung gibt, denn große Reden zu schwingen über das neu-entdeckte grüne Gewissen “meiner Generation” finde ich immer etwas unpassend, auch wenn dies sicherlich in manchen Dingen der Realität entspricht. Doch das ändert nichts daran, dass “Bio”, “umweltreundlich” und “nachhaltig” große Themen der aktuellen zeit sind und dabei nicht mehr das komische Image haben, dass sie noch in den 80er und 90er Jahren hatten (man schaue einfach mal Berichte über die Anfänge der Grünen, dann weiß man, was ich meine…). Heutzutage verbinden sich die Begriffe mit der aktuellen Mode und werden so nicht nur zu echten Alternativen, sondern teilweise auch absolut zur bevorzugten Variante.

Ein gutes Beispiel sind die Produkte & Marken, die der Avocado Store versammelt hat. Hier findet sich alles von Möbeln über Accessoires bis hin zu Mode und Taschen. Alle Produkte erfüllen Kriterien im Bereich Nachhaltigkeit.

Aber auch wenn man ein bisschen weiter schaut, finden sich viele tolle Angebote im Internet, die oft allgemeiner zu den Möglichkeiten berichten, wie man bewusster und umweltschonender konsumieren kann. Beispielhaft seien hier Nachhaltig Einkaufen und Utopia genannt.

Es gibt aber auch Seiten, die ganz speziell gezielt über Alternativen für ein Produkt berichten, z.b. über Alternativen zur Baumwolle für Textilien. Denn es gibt auch andere Naturtextilien.

An dieser Stelle zeigt sich mal wieder ganz stark, der Vorteil des Internets, man findet Informationen zu einem Thema und kann auch ganz leicht Produkte finden, die die Umwelt weniger belasten, was ich für eine wirklich gute Sache halte. Oder wie seht ihr das?

Bilde mir übrigens gerne ein, dass wir mit Bazaaria zumindest auch einen kleinen Teil tuen, da wir euch die Möglichkeit geben ungenutzte Dinge an andere weiter zu geben, die dafür eine Verwendung haben und somit weniger Sachen auf dem Müll landen. Ich hoffe es handelt sich hier nicht nur um Wunschdenken meinerseits  :)


Mittwoch, 17. März 2010

Vorurteile bei der Zielgruppe? von jenni


Kennt ihr das, wenn einem plötzlich interessante und ungewöhnliche Zusammenhänge auffallen? Oder man einen Geistesblitz hat? Bei mir war das zum Beispiel die Erkenntnis, das Farmville nur eine vereinfachte Version von Harvest Moon ist oder eine, um die es hier in dem Artikel gehen wird…

Ich habe mir gestern spaßeshalber mal wieder unterschiedliche deutsche Portale bzw. Communities für junge Frauen angeschaut – ich sage gleich vorweg, dass ich keine dieser Plattformen aktuell benutze. Ich war in erster Linie auf der Suche nach Seiten, denen man mal von Bazaaria erzählen könnte. Dadurch war ich darauf bedacht zu schaun, ob die Seiten einen Internetbereich haben – also ein Bereich, in dem sie über Neuigkeiten und so aus dem Internet berichten. Die interessante Erkenntnis: Wirklich über das Internet berichtet keine dieser Seiten (was für Onlineseiten eigentlich fast schon lustig ist). Die Hauptthemen sind immer Mode, Klatsch & Tratsch (auch Stars genannt) und Tests & Dating. Dazu dann ein Design in rot & beige oder rosa oder lila…. Computer kommen vielleicht in einem Unterbereich vor aber dann meistens einfache Erklärungstexte knapp über der “wie schalte ich einen Computer ein” Ebene.*

*An dieser Stelle muss ich immer an meine Geschichtslehrerin denken, die Computer immer nur als “Maschinsche” (hessische Aussprache ;) ) bezeichnete…

Ich weiß, ich bin A-typisch und passe in keiner Art in die übliche Definition der Interessen von Frauen, wenn diese Zielgruppe so allgemein abgesteckt wird – aber ist es wirklich so, dass dies die einzigen interessanten Themen sind mit der man eine große Menge der Frauen auf seine Seite locken kann? Oder übersehen die Initiatoren solcher Plattformen (die übrigens fast alle von großen Verlagen geführt oder unterstützt werden) einen großen Teil der Frauen durch ihre Zielgruppendefinition?

Die Frage wird noch interessanter und komplexer, wenn man sich Portale anschaut, die sich an Männer richten. Denn wirklich vergleichbare allgemeine Plattformen kenne ich in Deutschland nicht. Es gibt die Seiten für Gamer  (unterteilt nach Konsole, PC und Online), für Sportfreunde, für Fitnessinteressierte, für Autofreunde und für Kinofans – um nur ein paar der Ausführungen zu nennen. Aber jeweils eine Seite, keine Plattform, die versucht all diese Bereich zu vereinen. Klar kann man sagen Männer interessieren sich für Autos, Sport, Videospiele und Filme aber ich denke mal, die meisten würden direkt sagen, dass man damit nicht alle Männer abdeckt und könnten gleich einige Freunde nennen, auf die dies nicht zutrifft und würden selbst noch ein paar zusätzliche Interessen nennen.

Darum also sog. “special interest” Communities und Portal für Männer. Natürlich gibt es die teilweise für Frauen auch (gerade Mode und Schminke sind notorische Frauenthemen) aber es ist schon auffällig, wie unterschiedlich diese beiden recht allgemeinen Zielgruppen angegangen werden. Als Frau, die auf Videospiele steht, kennt man das in dem Bereich noch extremer. Bis vor wenigen Jahren (und bei einigen Publishern noch immer) waren Spiele für Frauen und Mädchen immer rosa, mit Pferden oder Tierbabies oder über Klamotten und Make-up. Das man damit große Teile der potentiellen Zielgruppe eher völlig gegen das Thema verschließt, scheint dort keinem klar zu sein – was eigentlich schade ist. Nintendo zeigt momentan, dass viele Frauen Videospiele mögen können, wenn man ihnen einen einfachen Einstieg gibt und Spiele eher neutral an beide Zielgruppen richtet (bei der Werbung).

Jetzt hab ich schon wieder viel mehr geschrieben, als ich eigentlich geplant habe, aber umso mehr ich darüber nachdenke, umso mehr fällt mir dazu ein (leider ein häufiges Problem bei mir). Finde es auch ein interessantes Thema, weil es viel über Marketing und speziell die Zielgruppensetzung aussagt. In diesem Bereich muss man mit Vorurteilen bzw. Verallgemeinerungen arbeiten, das ist mir durchaus klar, aber muss man sich wirklich so sehr an Stereotype halten?

Ich denke (und hoffe) das wir bei Bazaaria bisher nicht solche Probleme haben und eine Gruppe übersehen – sollte das doch der Fall sein, gebt Bescheid! Aber meine Frage heute ist eher: seht ihr das auch so mit den Plattformen oder sehe ich das überzogen?