Montag, 29. November 2010

Weihnachtsgeschenkideen von jenni

Jedes Jahr schleicht sich Weihnachten ganz hinterrücks heran und überrascht einen. Das geht sicherlich nicht nur mir so, sondern vielen anderen auch. Das merkt man allein schon daran, wie viele Menschen am 23. und 24. Dezember in die Geschäfte rennen um ihren Lieben noch etwas zu kaufen – und sei es ein Paar Socken, weil man keine bessere Idee hatte.
Denn genau da hapert es ja, oder? Die richtige Idee. Was soll man jemanden schenken, worüber würde er sich freuen und was ist einfach nur unpassend? Nun, definitive Antworten habe ich auch nicht (Geheimtipp: die hat keiner ;-) ) aber ich dachte, ich überlege mal laut. Für eventuelle Vorurteile entschuldige ich mich jetzt schon mal!

"ho ho ho"

Eltern

Eltern sind oft schwierig, da sie sich viele Dinge selbst kaufen und man häufig auch nicht wirklich mitbekommt, was ihnen gefallen könnte. Manchen Eltern kann man aber bestimmt eine Freude machen mit Antiquitäten, es muss ja nicht gleich eine alte Anrichte sein, sondern vielleicht eine Zuckerdose oder ein Bierkrug.

Eine andere Alternative kann die Anschaffung eines Notebooks oder eines PCs für die Eltern sein – natürlich muss man hier bedenken, dass man neben dem eigentlichen Rechner noch Einrichtungszeit einplanen muss und sich auf kommende Supportanfragen einstellen kann. Eine Alternative ist hier auch einen Gutschein für Computereinführungskurse zu verschenken, zu Themen wie dem richtigen Umgang mit dem Internet. Vieles was für jüngere Generationen ganz selbstverständlich ist, ist es für ältere nicht, die aber oft sehr froh um Einführungen sind :)

Eine tolle Idee, sowohl für die Eltern, als auch für die Großeltern, kann ein digitaler Bilderrahmen sein, denn man mit alten Fotos oder Fotos der Kinder und Enkelkinder füllt.

Das Äquivalent zu Socken und Pjamas von Oma und Opa, ist wohl den Eltern was für den Haushalt oder den Werkzeugschrank zu schenken, trotzdem können auch dies tolle Geschenke sein, wenn man ein bisschen über die Bedürfnisse nachdenkt und etwas schenkt, dass entweder dringend erneuert werden sollte oder das die Arbeit wesentlich erleichtern würde.

Geschwister

Das ist die Stelle, an der ich zugeben muss, dass diese Kategorie für mich schwierig ist, da ich keine Geschwister habe und somit auch nur bedingt Wissen darüber habe, was man ihnen schenken kann. Aber trotzdem will ich ein paar Gedanken aufschreiben.

Zum Beispiel kann man vielen Geschwistern sicherlich mit einer Videospielkonsole eine riesen Freude machen. Sollten sie schon eine bei sich zu Hause haben, sind die Spiele für die Konsole auch immer sehr beliebt. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit erscheinen einige neue Spiele, die sich neben den Klassikern für eine Konsole sicherlich als Geschenk eignen.

Alternativ bieten sich auch immer Filme auf DVD an. Hier sollte man jedoch vorher darüber nachdenken, welche Filme gefallen könnten und auch welche Hardware vorhanden ist, falls man über eine Blu-Ray als Geschenk nachdenkt.
Saint Nick...

Kinder

Die letzte Gruppe über die ich in diesem Blogpost sprechen will, sind Kinder. Hier kommt es natürlich sehr auf das Alter der Kinder an, was ein passendes Geschenk darstellt, jedoch ist Spielzeug natürlich immer eine passende Wahl. Bei sehr kleinen Kindern sollte man aber auch an die Eltern denken und an Kleidung oder Transportmittel, wie z.B. einen Schlitten denken, falls dieser noch nicht im Haushalt vorhanden ist.

Für Alle

Wenn einem wirklich gar nichts einfällt, gibt es natürlich immer noch die Möglichkeit Bücher zu verschenken – doch hier greift man natürlich leider häufig zu genau dem falschen Buch, deshalb sei an dieser Stelle zur Vorsicht geraten und ein Blick ins elterliche Bücherregal empfohlen, um den Geschmack zu treffen. Das Gleiche gilt übrigens auch für  Musik.

Sollte man sich hier nicht sicher sein, ist es meistens einfacher (und besser) sich selbst seine Probleme einzugestehen und einen Gutschein zu kaufen. Damit kann man eigentlich nichts falsch machen, solange man jetzt nicht umbedingt einem Vegetarier nen Gutschein für ein Steak-essen schenkt (außer er wünscht sich diesen explizit – gibt es auch…). Denn mit einem Gutschein kann sich der Beschenkte irgendetwas holen, woran er Freude hat, somit liegt man mit seinem Geschenk dann schon mal richtig. Problematischer ist hier, dass man mit einem Gutschein automatisch zugibt, wie viel man für diese Person ausgegeben hat bzw. bereit ist für ein Geschenk zu zahlen.

Ich hoffe ich konnte euch hier ein paar Anregungen geben, falls nicht, gibt es immer noch die Klassiker “Selbstgebasteltes”, Socken und Unterwäsche ;-)


Montag, 18. Oktober 2010

Ausflug zum EBSpreneurship Forum 2010 von jenni

ebspreneurship forum 2010Als Gründer einer Webfirma sollte man, von Zeit zu Zeit, auf Gründerkongressen und ähnlichen Veranstaltungen präsent sein um sich mit anderen zu unterhalten und Neuigkeiten zeitig mitzubekommen. In diesem Jahr hatten wir das bisher vernachlässigt, zu viel gab es an Bazaaria zu tun. Doch das EBSpreneurship Forum wollten wir uns nicht entgehen lassen, da wir hier auch eine persönliche Verbindung zum Event hatten, da das Event an der EBS, unserer ehemaligen Uni, stattfindet und dort von Studenten organisiert wird.

Den ganzen Tag, von 8 Uhr morgens bis weit nach 7 Uhr abends, gab es Vorträge und Gelegenheiten sich mit interessierten Studenten, anderen Gründern und Investoren auszutauschen. Thema des Tages war “Perspektivwechsel” – angefangen bei einer kleinen Übung während der Eröffnungsrede, bei der die Teilnehmer gebeten wurden einen Hund zu zeichnen. Der Großteil der Anwesenden zeichnete ihn von der Seite – auf die Idee ihn von oben oder unten zu zeigen wären die meisten (inkl. mir) wohl nicht einmal gekommen. Ein schöner kleiner Einstieg in dieses Thema.

Ob nun wirklich alle Vorträge den Anspruch dieses Umdenkens und Andersdenkens gerecht werden, ist eine andere Frage. Was ich jedoch auf jeden Fall feststellen kann, ist das es durchaus sehr interessant war von anderen Gründern zu hören und auch einmal ein Startup von der Seite eines Investors beschrieben zu hören. Denn hier sind die Sichtweisen doch oft sehr anders, da die Ziele natürlich auch ganz andere sind.

Insgesamt hat der Tag jedoch auch meine Vermutung bestätigt, dass man als Frau auf einem solchen Gründerkongress relativ allein ist. Die meisten der anwesenden Frauen waren Studentinnen oder Referentinnen, wirkliche Gründerinnen waren bei der handvoll Frauen eher nicht dabei. Der Vorteil war natürlich andererseits, dass eine Schlange nur vor der Herrentoilette war. ;)


Montag, 9. August 2010

Wo ist Paul? Überall! von jenni

Eigentlich ist der Vorname “Paul” in Pauls und meiner Generation nicht wirklich häufig anzutreffen (in seinem Geburtsjahr ist er nicht mal unter den Top 35) und trotzdem taucht der Name in meiner Umgebung immer häufiger auf.

Es fing vor Jahren mit der “du darfst”-Kampagne an, bei der die Frage “Wer ist eigentlich Paul?” gestellt wurde und man den Paul, um den es ging, nie kennen lernte. Eine äußerst erfolgreiche Kampagne, auch wenn sie für Pauls überall vermutlich wenig gut für das Image war (da der dort genannte Paul die Figur der Protagonistin bemängelte).

Als diese Werbung lief, kannte ich keinen Paul, aber trotzdem blieb sie mir in Erinnerung. Die nächste “Paul” Werbung, die mir in Erinnerung geblieben ist und mich auch immer wieder etwas zum Lachen bringt, ist ein Werbespot einer Versicherung oder einer Bank (mir fällt leider gerade nicht mehr ein von wem), in dem eine junge Frau vor der Kamera steht und ihr Freund hinten auf einer Leiter und sie dann sagt “so einfach, dass sogar Paul es versteht”. *kicher*

Auch hier kommen Pauls nicht wirklich gut weg, wobei diese weit weniger Aufmerksamkeit bekommen hat. Mit ist sie in erster Linie auch so im Kopf geblieben, da ich Paul bereits kannte und dadurch der Witz für mich wesentlich stärker ist (sorry Paul!).

Danach fiel mir eine TV-Werbung auf, die in erster Linie auf kleinen TV-Sendern und bei sky gezeigt wird, für eine Webseite Namens “pauldirekt”, wo es Gegenstände zum “absoluten Paulpreis” gibt. Was das bedeutet, weiß ich auch nicht – aber sie werden es wissen…. hoffe ich zumindest einmal, denn im Gründer-Team ist kein einziger Paul. Was bei mir immer wieder die Frage auslöst: Warum dann gerade Paul?

Diesen Sommer kam dann natürlich die Krake dazu… Paul rückte ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit und vermutlich wird der Name dieses Jahr weit häufiger vorkommen und mir tun die armen kleinen spanischen Jungs, die dann Paul heißen, jetzt schon leid.

Doch damit nicht genug, nein, diesen Sommer gab es noch ein Paul-Highlight (ich sollte mir einen tollen Namen hierfür ausdenken – “Paul-Sightings” oder so): Eine Webseite ging online namens “AnnaohnePaul” – Paul steht hier repräsentativ für alle Männer und letztendlich der Punkt, wo mir dieser Trend so richtig bewusst wurde. Überall lauert es von Pauls – auch und gerade bei Bazaaria, auch wenn ich ihn nur begrenzt für die Werbung einsetzen werde – denn anscheinend sticht man mit “Paul” nicht mehr aus der Masse heraus ;-)

Das bestätigt auch die neueste Congstar-Werbung, in der ein Paul (mit sehr ähnlicher Frisur) im Sand vergraben ist und seine Mutter anruft und er dem offenen Telefon nicht entkommen kann… Zu Pauls Verteidigung muss ich sagen, dass er regelmäßig mit seiner Mutter telefoniert und nicht extra dafür eingebuddelt werden muss.

Habe ich Beispiele vergessen? Wenn ihr noch welche wisst, würde ich mich wirklich riesig darüber freuen, wenn ihr diese mit uns teilt!


Montag, 19. Juli 2010

On the Road Part 2 von jenni

Da ich nun weiter Zeit hatte meine Fotos zu bearbeiten, gibt es heute Teil 2 meines Urlaubsberichts. Den ersten Teil findet ihr hier.

Abends kamen wir in New Orleans an – und haben dort zum einzigen Mal auf unserer Tour, mehrere Tage am gleichen Ort verbracht. Es war das erste Mal, dass ich in New Orleans war und es ist wirklich eine wunderschöne und tolle Stadt. Im French Quarter hat man historische Gebäude mit den charakteristischen schmiedeeisernen Balkonen wohin man schaut und die ganze Stadt scheint in Bewegung zu sein. Einfach klasse!

Das interessante waren auch die vielen sehr, sehr unterschiedlichen Häuserfasaden, die direkt nebeneinander existieren und die Stadt so unwahrscheinlich bunt machen. Es ist hierbei auch so, dass die Häuser nur eine gemeinsame Wand zwischen sich haben, meistens aus Holz – das macht Termiten zu einem der größten Problemen der Stadt, da sie sich so sehr schnell auf ganze Häuserzeilen verteilen können.


Wir haben einen ganzen (heißen) Vormittag im French Quarter verbracht und haben uns am Nachmittag ins das gekühlte Insectarium begegeben, welches im alten Zollgebäude untergebracht ist und unter anderem ein Gehege mit Schmetterlingen hat. Insgesamt ist es vor allem für Familien mit Kindern ein echt tolles Erlebnis, da alle Ausstellungsstücke eher auf Kinderhöhe angebracht sind.


Am zweiten Tag sind wir zum Zoo gefahren und haben dort den Vormittag verbracht. Leider fing es recht heftig an zu Gewittern, nachdem es sehr, sehr heiß und schwül war, so dass wir nicht den ganzen Zoo besichtigt haben, sondern nur einen Teil – auch da ich am Nachmittag im French Quarter einen Termin hatte um mir ein personalisiertes Parfüm erstellen zu lassen.

Den Nachmittag haben wir dann also wieder im French Quarter verbracht. Es ist wirklich so, dass es in New Orleans viel zu viel zu sehen gibt um alles in zwei, drei Tagen zu schaffen. Den Garden District oder die Friedhöfe haben wir z.B. gar nicht gesehen in unserer Zeit dort – aber das will ich beim nächsten Mal nachholen.


Nach New Orleans ging es weiter entlang der Küste nach Mobile in Alabama. Die Küste war wunderschön, auch wenn es für europäische Augen fast unglaublich ist, auf welch hohen Pfosten die Häuser direkt an der Küste stehen (ich habe letzte Woche eine Doku gesehen, die von 11m Höhe sprach). Hier wurden auch am meisten Gedanken an Kathrina wach – denn zig niedrigere Pfosten standen ohne Häuser in der Gegend rum.


Auf dem Weg nach Mobile waren wir noch in Bellingrath Gardens, dem Sommerwohnsitz eines der ersten Coca-Cola Abfüllers in den USA, dessen Frau zusammen mit einem Architekten einen der schönsten Gärten der USA angelegt hat und der seit den 20er Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Zwar blühte im späten Frühling nicht sonderlich viel, aber trotzdem war es ein wunderschöner Garten.


Mobile selbst hat eine recht schöne Altstadt und ein wiederaufgebautes Fort, jedoch sind wir an beidem nur vorbeigefahren, da wir beschlossen hatten der Küste noch bis nach Florida zu folgen. Die Küste zwischen Alabama und Florida hat einen der längsten Sandstrände, die ich so je gesehen habe und wunderschönen weißen Sand (vom Öl war zum Glück noch nichts zu sehen).


Abends haben wir in Montgomery übernachtet, jedoch nichts von der Stadt selbst gesehen, da ich eigentlich nur einen Zwischenstopp auf der Rückfahrt nach Atlanta einlegen wollte. Am nächsten morgen ging es zurück nach Georgia (Einspieler: “Georgia on My Mind”). Hier hatte ich in unserem Reiseführer von einem anderen Garten gelesen: Callaway Gardens – ein riesiges Arsenal, auf dem neben einem Golfplatz viele Wander- & Radwege angelegt sind und das ein Glashaus mit tropischen Schmetterlingen hat. Das musste ich natürlich sehen und da es nur ca. 1 1/2 Stunden außerhalb Atlantas liegt (was in Atlanta praktisch noch in der Stadt bedeutet), haben wir hier einen Teil unseres Tages verbracht – und es hat sich absolut gelohnt!


Die letzten zwei Nächte in Atlanta haben wir in der Innenstadt verbracht, in einem alten Grand Hotel mit dem Pool auf dem Dach im 19. Stockwerk. Da dieser auch Nachts zugänglich war, musste ich natürlich Nachtaufnahmen der Skyline machen!

Perfect Swim Atlanta at night HDR
Unser letzter Ausflug führte uns in den Stone Mountain Park. Stone Mountain ist ein riesiger Granitfelsen und die höchste Erhebung in Georgia. Er steht ein bisschen, ähnlich wie Uluru (Ayers Rock) mitten in der Landschaft, aber das Granit erstreckt sich Kilometerweit in der Breite und auch ein gutes Stück noch ins Erdinnere. Man kann den Gipfel erklimmen oder einfach mit der Seilbahn hochfahren, was bei 36 Grad Celsius die bessere Alternative scheint – und hat vom Plateau am Gipfel eine sagenhafte Aussicht auf das Gebiet um Atlanta und auf Atlanta selbst.


Leider ging es am nächsten morgen schon wieder Richtung Flughafen und nach Deutschland. Bazaaria, Paul und die Arbeit hatten mich also wieder – aber ich habe hunderte wunderschöner Fotos um mich jederzeit zurückzuversetzen!


Montag, 28. Juni 2010

On the Road (Part 1) von jenni

Wie Paul in seinem Blogpost bereits erzählt hat, war ich die letzen zwei Wochen in Urlaub. Ich war auf eine Hochzeit in den USA eingeladen und habe die Chance genutzt ein bisschen weiter durchs Land zu reisen und neue Eindrücke zu sammeln. Insgesamt sind in den zwei Wochen ca. 3.500 km zusammengekommen und ich bin durch 5 Staaten gereist, mal ausführlicher, mal nur für ein paar Stunden. Ich dachte, ich erzähle mal ein bisschen davon, wo ich überall war und was ich alles gesehen habe. Da es so viel ist, gibt es das ganze aufgeteilt auf zwei Beiträge, damit es nicht zu viel zum lesen wird.

Roadtrip durch die USA Der Trip startete in Atlanta, der Stadt, in der ich für ein Jahr gelebt und studiert habe und an die ich tolle Erinnerungen habe. Da ich in Atlanta schon das meiste der Touristenattraktionen gesehen  habe (das Aquarium ist ein Muss!), sind wir diesmal an meine Lieblingsstellen, den Oakland Cemetery (ein alter Friedhof) und den Botanischen Garten zurückgekehrt.  Von Atlanta aus ging es dann nach Auburn in Alabama, wo die Hochzeit stattfand. Von dort fuhren wir nach Birmingham, AL, um uns dort die Stadt kurz anzusehen. Birmingham ist eine reine Industriestadt und bietet dadurch außer Museen zu den Rassenunruhen in den 60er Jahren wenig touristische Highlights. Wir sind jedoch auf einen Berg im Stadtgebiet gefahren, auf dem eine Statue, der Vulcan, steht, der für die Weltausstellung 1903 gegossen wurde und heute auf die Stadt schaut (und eine tolle Aussichtsplattform hat). Danach ging es weiter nach Columbus, Mississippi, eine Kleinstadt in der noch viele alte Häuser aus der (Vor-)Bürgerkriegszeit (sogenannte “Antebellum”-Häuser) stehen und die so gut wie gar nicht touristisch ist (Kein Starbucks…).

Früher Morgen auf dem Oakland Cemetery Vulcan Statue Ein Bed & Breakfast in Columbus, Mississippi


Am nächsten Tag ging es morgens nach Tupelo, MS – Elvis Fans werden es als Geburtsort des Kings erkennen. Jedoch waren wir nicht im Geburtshaus, sondern sind in Tupelo auf den “Natchez Trace Parkway” gefahren, einer Straße, die einem alten Handelspfad der durch die amerikanischen Ureinwohner und Büffel entstanden ist und von Nashville bis Natchez führt (714 km). Absolut beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass dort Menschen 700 km auf einem gerade so festgetretenen Pfad durch die Wälder gelaufen sind. Neben den Mosquitos hat man vor allem auch das Problem, dass gerade im unteren Teil das Gelände eher Sumpflandschaft als fester Waldboden ist… Von den Temperaturen und der Luftfeuchte mal ganz abgesehen.

Der Old Trace Ein bisschen Sumpf Der Natchez Trace Parkway

Da die Strecke zwischen Tupelo und Jackson, MS, allein schon ca. 7 Stunden Autofahren bedeutet (bei Tempo 80 km/h), haben wir eine Nacht in Jackson übernachtet und sind am nächsten Tag nach Vicksburg, einem der wichtigsten Schauplätze im amerikanischen Bürgerkrieg gefahren und haben uns dort den passenden Nationalpark angeschaut und auch die Stadt selbst, in der erstaunlich viele Häuser die Belagerung überstanden haben. Highlight des Nationalparks ist sicherlich die USS Cairo, einem Panzerschiff, dass im Bürgerkrieg eingesetzt wurde und auf Grund gelaufen ist und Jahre später gehoben wurde und heute als Ausstellungsstück zu besichtigen ist. Das Schiff war komplett gepanzert mit 64mm dicken Stahlplatten und wurde durch ein durch Kohle beheiztes Schaufelrad angetrieben. Ich möchte gar nicht wissen, wie heiß es im Innenraum war (in dem natürlich auch noch Kanonen standen).

Kanonen im Vicksburg National Military Park Die USS Cairo Am Mississippi in Natchez

Danach ging es zurück auf den Trace und weiter nach Natchez. Natchez ist relativ unbekannt, obwohl es architektonisch vermutlich eine der schönsten alten Städte in den USA ist. Als die Nordstaaten-Armeen auf die Stadt zuzogen, hat sich die Stadt direkt ergeben und so die Stadt vor ihrer Zerstörung geschützt. Dadurch finden sich hier noch sehr, sehr viele der alten Häuser, die teilweise wunderschön restauriert sind und an den Glanz alter Zeiten, als Natchez eine der reichsten Städte der USA war, erinnern. Zusätzlich zur Innenstadt haben wir uns eine alte, achteckige, Villa angeschaut (als Plantation ausgewiesen, aber eigentlich handelte es sich eher um den Sommersitz), die kurz vor dem Bürgerkrieg errichtet wurde und vermutlich eine der traurigsten Geschichten der Zeit darstellt: Das Äußere des Hauses wurde fertiggestellt, doch die Bauarbeiter flohen bei Beginn des Krieges und so ist nur das Kellergeschoss, in das die Familie während des Kriegs zog, fertiggestellt worden, da sämtliche Baumwollplantagen der Familie im Krieg niedergebrannt sind. Die Familie lebte noch über 30 Jahre im Haus, ohne das jemals mehr als der Keller fertig gestellt wurde, selbst heute liegen im oberen Teil noch die Werkzeuge und Kisten, in denen die Möbel geliefert wurden.

Longwood in Natchez Houmas House Die Garten am Houmas House

Danach ging es weiter entlang des Mississippis, den man allerdings aufgrund der hohen Deiche nur auf Brücken zu Gesicht bekommt und zu einer richtigen Plantage. Houmas House, einer Plantage von 1828, deren Besitzer Zuckerrohr anbauten und dessen ehemaliger Besitzer so zum reichsten Mann in den Südstaaten wurde (bei 20 Millionen Pfund Zucker pro Jahr Ende des 19. Jhr. nicht verwunderlich). Das Haus und die Plantage überlebten durch einen Einfall des damaligen Besitzers den Bürgerkrieg unbeschadet und heutzutage kann das Haus und die Gärten besichtigt werden. Der absolute Wahnsinn, wenn man durch eine Gartenanlage mit 500 Jahre alten Eichen läuft und ein Haus besichtigt, dessen Einrichtung allein mehrere Millionen Dollar wert ist. Der absolute Wahnsinn.

Weiter ging es nach New Orleans – aber davon und vom Rest der Reise erzähle ich in einem zweiten Blogpost. Alle Bilder könnt ihr euch durch einen Klick auf sie auch in einer großen Version ansehen.