Wie Paul in seinem Blogpost bereits erzählt hat, war ich die letzen zwei Wochen in Urlaub. Ich war auf eine Hochzeit in den USA eingeladen und habe die Chance genutzt ein bisschen weiter durchs Land zu reisen und neue Eindrücke zu sammeln. Insgesamt sind in den zwei Wochen ca. 3.500 km zusammengekommen und ich bin durch 5 Staaten gereist, mal ausführlicher, mal nur für ein paar Stunden. Ich dachte, ich erzähle mal ein bisschen davon, wo ich überall war und was ich alles gesehen habe. Da es so viel ist, gibt es das ganze aufgeteilt auf zwei Beiträge, damit es nicht zu viel zum lesen wird.
Der Trip startete in Atlanta, der Stadt, in der ich für ein Jahr gelebt und studiert habe und an die ich tolle Erinnerungen habe. Da ich in Atlanta schon das meiste der Touristenattraktionen gesehen habe (das Aquarium ist ein Muss!), sind wir diesmal an meine Lieblingsstellen, den Oakland Cemetery (ein alter Friedhof) und den Botanischen Garten zurückgekehrt. Von Atlanta aus ging es dann nach Auburn in Alabama, wo die Hochzeit stattfand. Von dort fuhren wir nach Birmingham, AL, um uns dort die Stadt kurz anzusehen. Birmingham ist eine reine Industriestadt und bietet dadurch außer Museen zu den Rassenunruhen in den 60er Jahren wenig touristische Highlights. Wir sind jedoch auf einen Berg im Stadtgebiet gefahren, auf dem eine Statue, der Vulcan, steht, der für die Weltausstellung 1903 gegossen wurde und heute auf die Stadt schaut (und eine tolle Aussichtsplattform hat). Danach ging es weiter nach Columbus, Mississippi, eine Kleinstadt in der noch viele alte Häuser aus der (Vor-)Bürgerkriegszeit (sogenannte “Antebellum”-Häuser) stehen und die so gut wie gar nicht touristisch ist (Kein Starbucks…).
Am nächsten Tag ging es morgens nach Tupelo, MS – Elvis Fans werden es als Geburtsort des Kings erkennen. Jedoch waren wir nicht im Geburtshaus, sondern sind in Tupelo auf den “Natchez Trace Parkway” gefahren, einer Straße, die einem alten Handelspfad der durch die amerikanischen Ureinwohner und Büffel entstanden ist und von Nashville bis Natchez führt (714 km). Absolut beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass dort Menschen 700 km auf einem gerade so festgetretenen Pfad durch die Wälder gelaufen sind. Neben den Mosquitos hat man vor allem auch das Problem, dass gerade im unteren Teil das Gelände eher Sumpflandschaft als fester Waldboden ist… Von den Temperaturen und der Luftfeuchte mal ganz abgesehen.
Da die Strecke zwischen Tupelo und Jackson, MS, allein schon ca. 7 Stunden Autofahren bedeutet (bei Tempo 80 km/h), haben wir eine Nacht in Jackson übernachtet und sind am nächsten Tag nach Vicksburg, einem der wichtigsten Schauplätze im amerikanischen Bürgerkrieg gefahren und haben uns dort den passenden Nationalpark angeschaut und auch die Stadt selbst, in der erstaunlich viele Häuser die Belagerung überstanden haben. Highlight des Nationalparks ist sicherlich die USS Cairo, einem Panzerschiff, dass im Bürgerkrieg eingesetzt wurde und auf Grund gelaufen ist und Jahre später gehoben wurde und heute als Ausstellungsstück zu besichtigen ist. Das Schiff war komplett gepanzert mit 64mm dicken Stahlplatten und wurde durch ein durch Kohle beheiztes Schaufelrad angetrieben. Ich möchte gar nicht wissen, wie heiß es im Innenraum war (in dem natürlich auch noch Kanonen standen).
Danach ging es zurück auf den Trace und weiter nach Natchez. Natchez ist relativ unbekannt, obwohl es architektonisch vermutlich eine der schönsten alten Städte in den USA ist. Als die Nordstaaten-Armeen auf die Stadt zuzogen, hat sich die Stadt direkt ergeben und so die Stadt vor ihrer Zerstörung geschützt. Dadurch finden sich hier noch sehr, sehr viele der alten Häuser, die teilweise wunderschön restauriert sind und an den Glanz alter Zeiten, als Natchez eine der reichsten Städte der USA war, erinnern. Zusätzlich zur Innenstadt haben wir uns eine alte, achteckige, Villa angeschaut (als Plantation ausgewiesen, aber eigentlich handelte es sich eher um den Sommersitz), die kurz vor dem Bürgerkrieg errichtet wurde und vermutlich eine der traurigsten Geschichten der Zeit darstellt: Das Äußere des Hauses wurde fertiggestellt, doch die Bauarbeiter flohen bei Beginn des Krieges und so ist nur das Kellergeschoss, in das die Familie während des Kriegs zog, fertiggestellt worden, da sämtliche Baumwollplantagen der Familie im Krieg niedergebrannt sind. Die Familie lebte noch über 30 Jahre im Haus, ohne das jemals mehr als der Keller fertig gestellt wurde, selbst heute liegen im oberen Teil noch die Werkzeuge und Kisten, in denen die Möbel geliefert wurden.
Danach ging es weiter entlang des Mississippis, den man allerdings aufgrund der hohen Deiche nur auf Brücken zu Gesicht bekommt und zu einer richtigen Plantage. Houmas House, einer Plantage von 1828, deren Besitzer Zuckerrohr anbauten und dessen ehemaliger Besitzer so zum reichsten Mann in den Südstaaten wurde (bei 20 Millionen Pfund Zucker pro Jahr Ende des 19. Jhr. nicht verwunderlich). Das Haus und die Plantage überlebten durch einen Einfall des damaligen Besitzers den Bürgerkrieg unbeschadet und heutzutage kann das Haus und die Gärten besichtigt werden. Der absolute Wahnsinn, wenn man durch eine Gartenanlage mit 500 Jahre alten Eichen läuft und ein Haus besichtigt, dessen Einrichtung allein mehrere Millionen Dollar wert ist. Der absolute Wahnsinn.
Weiter ging es nach New Orleans – aber davon und vom Rest der Reise erzähle ich in einem zweiten Blogpost. Alle Bilder könnt ihr euch durch einen Klick auf sie auch in einer großen Version ansehen.












