Mittwoch, 17. März 2010

Vorurteile bei der Zielgruppe? von jenni


Kennt ihr das, wenn einem plötzlich interessante und ungewöhnliche Zusammenhänge auffallen? Oder man einen Geistesblitz hat? Bei mir war das zum Beispiel die Erkenntnis, das Farmville nur eine vereinfachte Version von Harvest Moon ist oder eine, um die es hier in dem Artikel gehen wird…

Ich habe mir gestern spaßeshalber mal wieder unterschiedliche deutsche Portale bzw. Communities für junge Frauen angeschaut – ich sage gleich vorweg, dass ich keine dieser Plattformen aktuell benutze. Ich war in erster Linie auf der Suche nach Seiten, denen man mal von Bazaaria erzählen könnte. Dadurch war ich darauf bedacht zu schaun, ob die Seiten einen Internetbereich haben – also ein Bereich, in dem sie über Neuigkeiten und so aus dem Internet berichten. Die interessante Erkenntnis: Wirklich über das Internet berichtet keine dieser Seiten (was für Onlineseiten eigentlich fast schon lustig ist). Die Hauptthemen sind immer Mode, Klatsch & Tratsch (auch Stars genannt) und Tests & Dating. Dazu dann ein Design in rot & beige oder rosa oder lila…. Computer kommen vielleicht in einem Unterbereich vor aber dann meistens einfache Erklärungstexte knapp über der “wie schalte ich einen Computer ein” Ebene.*

*An dieser Stelle muss ich immer an meine Geschichtslehrerin denken, die Computer immer nur als “Maschinsche” (hessische Aussprache ;) ) bezeichnete…

Ich weiß, ich bin A-typisch und passe in keiner Art in die übliche Definition der Interessen von Frauen, wenn diese Zielgruppe so allgemein abgesteckt wird – aber ist es wirklich so, dass dies die einzigen interessanten Themen sind mit der man eine große Menge der Frauen auf seine Seite locken kann? Oder übersehen die Initiatoren solcher Plattformen (die übrigens fast alle von großen Verlagen geführt oder unterstützt werden) einen großen Teil der Frauen durch ihre Zielgruppendefinition?

Die Frage wird noch interessanter und komplexer, wenn man sich Portale anschaut, die sich an Männer richten. Denn wirklich vergleichbare allgemeine Plattformen kenne ich in Deutschland nicht. Es gibt die Seiten für Gamer  (unterteilt nach Konsole, PC und Online), für Sportfreunde, für Fitnessinteressierte, für Autofreunde und für Kinofans – um nur ein paar der Ausführungen zu nennen. Aber jeweils eine Seite, keine Plattform, die versucht all diese Bereich zu vereinen. Klar kann man sagen Männer interessieren sich für Autos, Sport, Videospiele und Filme aber ich denke mal, die meisten würden direkt sagen, dass man damit nicht alle Männer abdeckt und könnten gleich einige Freunde nennen, auf die dies nicht zutrifft und würden selbst noch ein paar zusätzliche Interessen nennen.

Darum also sog. “special interest” Communities und Portal für Männer. Natürlich gibt es die teilweise für Frauen auch (gerade Mode und Schminke sind notorische Frauenthemen) aber es ist schon auffällig, wie unterschiedlich diese beiden recht allgemeinen Zielgruppen angegangen werden. Als Frau, die auf Videospiele steht, kennt man das in dem Bereich noch extremer. Bis vor wenigen Jahren (und bei einigen Publishern noch immer) waren Spiele für Frauen und Mädchen immer rosa, mit Pferden oder Tierbabies oder über Klamotten und Make-up. Das man damit große Teile der potentiellen Zielgruppe eher völlig gegen das Thema verschließt, scheint dort keinem klar zu sein – was eigentlich schade ist. Nintendo zeigt momentan, dass viele Frauen Videospiele mögen können, wenn man ihnen einen einfachen Einstieg gibt und Spiele eher neutral an beide Zielgruppen richtet (bei der Werbung).

Jetzt hab ich schon wieder viel mehr geschrieben, als ich eigentlich geplant habe, aber umso mehr ich darüber nachdenke, umso mehr fällt mir dazu ein (leider ein häufiges Problem bei mir). Finde es auch ein interessantes Thema, weil es viel über Marketing und speziell die Zielgruppensetzung aussagt. In diesem Bereich muss man mit Vorurteilen bzw. Verallgemeinerungen arbeiten, das ist mir durchaus klar, aber muss man sich wirklich so sehr an Stereotype halten?

Ich denke (und hoffe) das wir bei Bazaaria bisher nicht solche Probleme haben und eine Gruppe übersehen – sollte das doch der Fall sein, gebt Bescheid! Aber meine Frage heute ist eher: seht ihr das auch so mit den Plattformen oder sehe ich das überzogen?

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One Response to “Vorurteile bei der Zielgruppe?”

  1. April-Louise sagt:

    Hi Jenni…
    nun das ist doch marketing…und die paralellen sind ganz scharf beobachtet )) und sowas geht nur wenn man auch auf seine eigenen erfahrungen sehen kann…ressourcen wegen deiner “spielaktivitäten”… sind natürlich wunderbar vereint mit einem gewissen blick…ich finde es schön, wie du das beschreibst…
    ich kenne das nur von subliminals…und auch farbecombis…geometrie…es gibt soviele archaische zeichen , symbole…die uns beeinflussen…
    also warum nicht auch das was du beschreibst ()) danke für deinen beitrag…der ist interessant ())) viele grüsse April-Louise

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